( 23.01.2013)


Ich bin weiblich und 53 Jahre alt. Ich habe in meinem Leben viel durchgemacht. Ich war 14 Jahre verheiratet und davon waren die letzten 7 Jahre die Hölle. Ich hatte Panikattacken und ständige Angst.

 

Er fing an zu trinken und das wurde immer heftiger, so dass er auch durch drehte. Immer wenn er getrunken hatte und das war fast jeden Tag, da hat er mich geschlagen und danach vergewaltigt.

 

Die Panikattacken und die Angst nahmen zu. Die Schläge jeden Tag, das habe ich nicht mehr ausgehalten. Er hatte mich auch im Schlafanzug im Winter auf den Balkon ausgesperrt und die Kinder in ihre Zimmer, damit diese mir nicht helfen konnten. Da war ich soweit und bin mit meinen 4 Kindern ins  Frauenhaus geflüchtet. Da haben sie mir geholfen und ich bin froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Danach habe ich mir mit meinen 4 Kindern ein neues Leben aufgebaut. Auch wenn ich in ständiger Angst leben mußte, aber ich habe es geschafft.

 

Dann habe ich nach 3 Jahren einen anderen kennen gelernt und gemerkt, dass das Leben so schön sein kann. Ich bekam dann noch ein Kind. Eigentlich lief alles so schön und wir waren glücklich die 19 Jahre.

 

Bis ich dann krank wurde, bei mir wurde Brustkrebs festgestellt. Das war der erste Schock und ich konnte damit nicht umgehen. Da war die Panik und die Angst wieder da. Viel Hilfe habe ich von meinem Partner nicht bekommen. Aber ich habe die beiden OP`s und danach die 36 Bestrahlungen gut gemeistert. Es war eine schwere Zeit. Dann musste ich zur Kur, habe gelernt mit dem Krebs umzugehen  und dann kam der zweite Tiefschlag. Als ich von der Kur zurück kam, hat mein Partner Schluß gemacht und ist mit meiner Freundin zusammen. An dem Tag wollte ich mit meinem Leben Schluß machen. Ich hatte mich eingeschlossen und wollte nichts wissen und hören. Ich konnte nicht mehr, die Angst und die Panikattacken nahmen zu. Und da habe ich mir Hilfe geholt.

Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin.

 

Ich war in der Tagesklinik und da habe ich gelernt, wieder voraus zu schauen. Und, ich habe dort neue Freunde gefunden, die mir zugesprochen und mir geholfen haben. Auch die Menschen, die in der Tagesklinik arbeiten, Arzt, Psychologen und Schwestern, haben alles getan , damit ich nach vorne schaue.

 

Aber auch ich selber habe etwas dafür getan.

 

Es geht mir jetzt schon besser, ich habe ab und zu noch Angst und Panikattacken, aber gelernt damit umzugehen.

Und, ich habe in der Klinik Freunde kennen gelernt. Das sind echte Freunde, die einem zuhören und das tut mir gut.

Man muss darüber sprechen und darf nicht schweigen. Und, es geht mir gut dabei. Diese Erfahrungen habe ich gemacht und es kann nur besser werden.

 

Man kann es schaffen, wenn man es zuläßt und auch selbst etwas dafür macht.

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