( 19.12.2013)

Wichtige Anmerkung zu diesem Beitrag:

 

Dieser  Artikel stellt in seiner Form auch die typischen Auswirkungen auf uns Betroffenen dar, wie wir momentan in der Lage ist, uns überhaupt ausdrücken zu können.

 

Wichtig ist, es hat wieder einer von uns geschafft, sich aus seinem "seelischen Gefängnis" zu befreien und seine Sprache wiedergefunden. Dazu gehört sehr viel persönliche Überwindung und Mut. Dieser Schritt verdient unsere Hochachtung, weiter so! Wir stehen auch weiter an Deiner Seite.

 

 

 

Jetzt bin ich soweit,das ich über mein erlebtes reden und sprechen kann.

natürlich habe ich noch sehr große schwierigkeiten dies zu tun,aber ich

weiss jetzt das es auch helfen kann darüber zu sprechen.

 

Ich habe keine Kindheit gehabt und das kam so,

ich kam mit fünf Jahren in ein Vorschul-Kinderheim,es ging alles sehr

schnell ,wurde direkt vom Kindergarten von zwei Männer abgeholt.Konnte

nicht mal mehr meine Eltern Tschüß sagen.Ich hatte von da an vier Jahre

nichts von meinen Geschwistern und Eltern gehört.Nach ause durfte ich

 nicht und hatte auch keine Post erhalten.( meine Mam hatte immer geschrieben ,

aber alle Briefe hatte die Jugendfürsorgerin einbehalten.liegen alle in meiner

Heim-Akte.)Ich mußte unerträgliche Strafen über mich ergehen lassen.im ersten

kinderheim waren die Strafen,Glatze schneiden,kalt abduschen und

Essensentzug an der Tagesordnung.leider war ich zu dieser Zeit Bettnässer

und wurde so mindestens dreimal die Woche in der Waschküche kalt abgeduscht

 und mit einer sehr harten Bürste abgeschrubbt.das war sehr schmerzhaft

und dadurch habe ich heute noch oft Alpträume und daraus entstandt auch meine

Schlaflosigkeit ,die ich bis Heute noch habe.Ich konnte nicht schlafen

es hätte ja sein können das ich ins Bett mache und dann wieder diese grauen-

hafte Strafe bekommen hätte.als ich dann zur Einschulung in ein anderes

 Kinderheim kam,wurde es nicht besser ,sondern schlimmer die Strafen dort

waren sehr erniedrigend und schlimm.Ich mußte Stundenlang im dunklen

Keller stehen,wobei sie uns erzählten das es dort Ratten gibt,die kleine Kinder

 fressen und so weiter.Ich gehe Heute noch nicht in ein Keller und habe auch

panische Angst vor der Dunkelheit,was auch in meinem Arbeitsleben eine

große Rolle spielt.des weiteren waren es auch diese psychischen Strafen

die ich bekommen habe ,zb.mit dem schmutzigen Schlüpfer auf dem Kopf

den ganzen Tag auf den Flur stehen,und alle Kinder durften dich ärgern,

beleidigen,bespucken und hauen.Wenn Essen runtergefallen ist ,dann mußte

man unterm Tisch weiter essen.Es gab Essen das ich garnicht mochte ,so wie

Rotkohl,ich hatte es nie zum Mittag aufgegessen,dann wurde der Teller abends

hingestellt ,hab ich nicht gegessen,nächsten morgen und nächsten Mittag das gleiche,

dann habe ich am nächsten Abend endlich was anderes bekommen.es gab sehr viele

solcher Strafen die mich immer mehr klein und nutzlos gemacht haben.

 

Und als ich dann mit neun Jahren das erste mal sexuell missbraucht wurde ,

stand ich alleine da,die Erzieher meinten das ich selber schuld bin weil ich ein

Mädchen bin.Ich hatte dann versucht mir das Leben zu nehmen,was nicht geklappt

hat,und als Strafe mußte ich dann 50 Mark vom Taschengeld bezahlen.

 

Niemand hat gefragt warum.Mit  10 Jahren kamm ich dann in das 3.kinderheim

was dann auch nicht besser war,die Strafen waren anders ,aber

die sexuellen Übergriffe wurden immer mehr.Wieder gab man mir die Schuld,

ich bin doch nur ein Mädchen und hätte warscheinlich die Jungs angemacht,

da war ich immer noch zehn,dieser Missbrauch und die Vergewaltigungen

 zogen sich über die nächsten sechs Jahre hin.In dieser Zeit habe ich zwei

weitere selbstmordversuche hinter mir.Die natürlich missglückt und dann bestraft

 wurden.Es waren zwölf sehr harte Jahre die ich bis heute nicht vergessen kann.

 

Nie habe ich liebe erfahren ,nie wurde ich getröstet oder in den Arm genommen.

Ich bin von dieser ganzen Zeit nie hinüber weg gekommen,auch heute habe

ich noch schwere Schlafstörungen ,massive Angst vor Menschen ,Dunkelheit

und viele andere Sachen.

 

Der Aufenthalt in der Tagesklinik hat mir minimal

geholfen.dank vieler Mitpatienten ,habe ich ein wenig gelernt wie man mit anderen

umgeht.zb.Das umarmen ist für mich ein ganz großer Vortschritt ,weil ich

es bisdahin nicht konnten.Und so lerne ich immer ein bisschen dazu.

 

Ich bin sehr dankbar das ich in dieser Selbsthilfegruppe sein darf,weil mir

 alle von euch helfen und unterztützen.Mein Leben hat so wieder ein bischen Sinn.

Ich habe noch sehr viel zu verarbeiten,aber ich weiß das ich immer mit eure

Hilfe rechnen kann,und das gibt mir dann immer den Mut weiter zu machen.

 

Wenn ihr fragen zu meinem Thema habt ,könnt ihr mich ruhig ansprechen,

ich bin jetzt soweit das ich auch mit euch darüber sprechen kann.

 

Ganz liebe grüße von einer eurer sonnscheinis.:-)

 

 

 

 

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